Ortschronik

 

Sondersfeld ist einer der ältesten Orte im Landkreis Neumarkt. Das Dorf wurde am 5. März 912 erstmals urkundlich erwähnt, und ist damit nachweislich fast 1100 Jahre alt. König Konrad I., Herzog von Franken, schenkte damals "Sundaresfeld" dem Bischof von Eichstätt, Erchanbold. Die mundartliche Aussprache lautet "Sunnersföd".

Erst im 14. Jahrhundert taucht das Adelsgeschlecht der "Sundersfelder" des Öfteren in Urkunden auf. Dieses hatte damals die größten Besitztümer im Ort. Heinrich von Sondersfeld war um 1365 Landrichter in der Grafschaft Hirschberg und fertigte dort Spruchbriefe aus. Fraglich ist, ob er identisch ist mit Hanns Heinrich von Sondersfeld, der 1350 – 1360 adeliger Bürger zu Neumarkt war. Heinrich von Sondersfeld war offensichtlich Amtmann von Berngau, wovon eine Bauinschrift im dortigen Kirchturm zeugt.

Dort steht: "Im Jahre des Herrn 1359 wurde der Grundstein zu diesem Turm gelegt, als Kaiser regierte Karl, Herzog war Ruprecht und Leutepriester Konrad (Kopp). Heinrich von Sundersvelt, Ritter in Berngau".

Neben Heinrich werden um 1329 die Gebrüder Konrad, Götz und Karl von Sondersfeld erwähnt. 1381 gab es einen Heinz von Sondersfeld. Um 1400 lebten Dietrich und Elisabeth von Sondersfeld, 1417 erneut ein Konrad von Sondersfeld.

Im 14. Jahrhundert benannte sich nach Sondersfeld auch das Geschlecht der Rinthüll, Edelleute in der Grafschaft Hirschberg, die das abgebildete Wappen trugen.
Rüdiger Rinthul war 1347 Richter zu Wolfstein, Leonhard Rinthüll zu Sundersvelt hatte Grundbesitz im Ort. Sein sogenanntes "Jungfrauenlehen" verkaufte er 1346 an die Abtei zu Seligenporten, und die Sacherwiese 1437 an das Spital zu Allersberg.

Das Kloster Seligenporten besaß von Mitte des 13. Jahrhunderts bis zu seiner Auflösung 1576 bis zu vier Höfe in Sondersfeld. Außerdem hatte das Geschlecht der Gruber von Grubach (= Kruppach) Besitzungen zu Sondersfeld. Die Gruber verkauften ihren Besitz an die Herren von Stein. Hilpolt III. von Stein und sein Sohn vermachten 1376 ihre Einkünfte aus Höfen in Sondersfeld dem Klösterlein Grab auf dem Schlüpfelberg, das von ihren Voreltern gestiftet worden war. Ulrich und Agnes von Allersberg veräußerten 1345 die Hofauwiese und einen Acker bei Sondersfeld an die Deutschordensherren zu Nürnberg. Im gleichen Jahr erwarben die Deutschherren von Nürnberg durch ihren Spitalmeister Hans von Hofen eine weitere Wiese zu Sondersfeld, die bisher Eigentum von Heinrich und Adelheid Merkel und Diemut Pregler war.

Die Stadt Neumarkt besaß 1491 bereits zwei Höfe in Sundersfeld. Hanns Thannhauser von Neumarkt übergab 1511 seinen Hof zu Sondersfeld - den damals Hans Wagner bebaute- dem Rate der Stadt Neumarkt, und erhielt dafür eine jährliche Rente auf Lebenszeit. Um 1537 starb dieser wahrscheinlich, denn seinen Hof zu Sondersfeld erhielt Heinrich Fäullenreuther von Sondersfeld gegen jährliche Reichnisse an den Stadtrat von Neumarkt.

Sondersfeld befand sich während des Mittelalters ausschließlich in der Hofmark Berngau, während etwa 2 km südlich an der "Solitz" (Sulz) die Orte Wettenhofen, Rocksdorf u.a. bereits der Herrschaft der Wolfsteiner in Sulzbürg und Pyrbaum unterlagen. Die Grundherrschaft und Niedergerichtsbarkeit in Sondersfeld war um 1630 noch geteilt. Von insgesamt 14 Hofstellen unterlagen sechs dem Schultheißenamt Neumarkt, einer dem Klostergerichtsamt Seligenporten, drei der Wolfsteiner Herrschaft Sulzbürg, einer dem Deutschordenspflegeamt Postbauer und drei der Reichsstadt Nürnberg.

Die Hofmarksherren von Woffenbach besaßen seit alten Zeiten das Haus Nr. 11 in Sondersfeld ( früherer Hausname "Haslbauer"). Das älteste Haus Sondersfelds steht unterhalb der Kirche, Hausnummer 23 ( Hausname "Beckenbauer"). Dort befand sich in früherer Zeit das Schloß "derer von Sondersfeld". Unter "Schloß" ist kein Prachtbau im Sinne des Mittelalters zu verstehen, sondern vermutlich nur ein größeres gemauertes Haus.